Das Konzept des Rosengartens am Schloßberg

In der weiteren Entwicklung der Gartenkunst bis 1750 folgt der formale streng geometrische Garten des Barock wie beispielsweise Versailles als Ausdruck absolutistischer Macht. Die vorherrschende Geistesströmung des Rationalismus geht davon aus, dass wahre Erkenntnis allein durch den Verstand (rationales Denken) gewonnen wird, nicht durch Sinneswahrnehmung. Die Natur muss gebändigt und unterworfen werden.

 

Als Gegenbewegung entwickelt sich die Sehnsucht nach Natürlichkeit und Ungezwungenheit. Diese fand ihren Ausdruck in der Aufklärung (1750-1837) mit der Entstehung des englische Landschaftsgartens. Im Geist der Romantik stehen Individualismus und subjektive Erfahrung des einzelnen Menschen im Mittelpunkt.

Sowohl die Gestaltung des Barock als auch der Landschaftsgarten lassen sich in unserer Gartenanlage nicht gut umsetzen. Deshalb versuchen wir der weiteren Entwicklung durch die Auswahl an Pflanzen Rechnung zu tragen und dem Thema Natürlichkeit (naturnaher Garten ) Raum zu geben.

 

Wir haben deshalb das Beet vier unter das Motto: „Alte Gartenpflanzen bis 1800“ gestellt.

 

Alte Gartenpflanzen bis 1800

In Beet 4 wachsen Gartenpflanzen, die schon zu dieser Zeit in Gärten kultiviert wurden und von Carl von Linné (1707-1778) im Rahmen seiner binären Nomenklatur erfasst und beschrieben wurden (z.B.: Schlangenkopf, Kugeldistel, Taglilie, Nachtviolen, Mondviole, Storchschnabel, gefüllte Maiglöckchen, Christrose etc.).

 

Einige dieser Pflanzen wurden davor schon jahrhundertelang kultiviert und einige haben als Neuankömmlinge die europäische Pflanzenwelt erweitert.

Wir erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit und können auch nicht garantieren, dass diese Pflanzenpersönlichkeiten sich an ihre Beetzuteilung halten, da sie in ihrer ursprünglichen Vitalität und Natürlichkeit oft ihren Standort selbst wählen und wir deshalb eine gewisse „Unordnung“ nicht verhindern können.

www.rosen-heim.org

 

Rosengarten im Juni 2026

drucken nach oben