Neue Brenner-Trasse gefährdet künftige Trinkwasserversorgung der Gemeinde

In der Gemeinderatssitzung am 27.09.2022 wurde bekanntgegeben, dass aus Sicht der Deutschen Bahn eine „bergmännische Innunterquerung“ bei Leonhardspfunzen zwar trotz des hohen Aufwandes technisch machbar ist, aber aus Gründen der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit nicht weiterverfolgt wird. Gemäß den Unterlagen der Deutschen Bahn wurde dabei das künftige Wasserschutzgebiet der Gemeinde Stephanskirchen berücksichtigt.

Am 28.09.2022 fand die 3. Sitzung des Dialogforums Innleiten-Kirnstein statt. Im Rahmen der Präsentation stellte sich heraus, dass es im Gemeindebereich von Stephanskirchen nun massive Änderungen der Trassenführung geben soll. So plant die Deutsche Bahn mittlerweile eine Trassierungsvariante „pink“ (siehe Karte) zur Umfahrung des Siedlungsbereiches von Scheiberloh, da beim Tunnelbau davon auszugehen ist, dass aufgrund der sehr geringen Überdeckung ca. zehn Häuser gefährdet wären. Die veränderte Trassierung führt dazu, dass sich die neue Bahnstrecke in das zukünftige Wasserschutzgebiet der Gemeinde Stephanskirchen verschiebt und dieses somit massiv gefährdet.

Die Gemeindeverwaltung beauftragte daraufhin das Büro „CRYSTAL GEOTECHNIK“ mit einer Begutachtung der neuen Variante im Hinblick auf das geplante Wasserschutzgebiet. Die Ausführungen des Ingenieurbüros bestätigen die schlimmsten Befürchtungen. Die aktuelle Trassenverschiebung führt aller Wahrscheinlichkeit nach zur Zerstörung des bereits fertiggestellten Trinkwasserbrunnens Ödenwald. Damit würde das zukunftsweisende Projekt der eigenen Trinkwasserversorgung für die Gemeinde Stephanskirchen, in welches inzwischen eine Summe von über 900.000 € investiert wurde, auf dramatische Weise gefährdet werden.

Die Gemeinde Stephanskirchen wird gegen die Planungen der Bahn weiterhin mit allen rechtlichen Mitteln vorgehen. Um auf politischer Ebene aktiv zu werden, wurde zudem der Bayerische Verkehrsminister Christian Bernreiter von den Bürgermeistern der Gemeinden Prutting, Riedering, Rohrdorf, Schechen und Stephanskirchen zu einem Ortstermin eingeladen.

Auch für den Bereich des geplanten Tunnelportals in den Innauen wurde beim Dialogforum am 28.09.2022 die aktuelle Planung vorgestellt. Die derzeitige Planung sieht für den Bereich Innleiten einen Rettungsplatz am Nordportal des Tunnels vor. Im Be-reich der Innquerung wurde zudem eine veränderte Trassenlage erarbeitet, wonach sich eine Verschiebung der Trasse nach Süden – also hin zum denkmalgeschützten Gut Innleiten – ergibt. Grund für die Verschiebung ist es laut Bahn, die Betroffenheiten des FFH-Gebiets „Innauen und Leitenwälder“ zu minimieren. Auch diese Planung in einem der landwirtschaftlich wertvollsten Bereiche des Gemeindegebiets ist aus Sicht der Gemeinde nicht hinnehmbar.

Neue Brenner-Trasse gefährdet künftige Trinkwasserversorgung der Gemeinde

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