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Regionalplan Südostoberbayern: Windkraft in Stephanskirchen möglich
Der Regionale Planungsverband Südostoberbayern hat der Gemeinde einen Teilfortschreibungs-Entwurf zum Thema Windenergie vorgelegt, wonach im nordöstlichen Gemeindegebiet (Ödenwald/Ringelfeld/Locherwald) ein kleiner Bereich als Windkraftgebiet ausgewiesen könnte. - Dieser überlappt sich teilweise mit dem vorgesehenen Areal für eine eigene Trinkwasserversorgung.
Aufgabe des Regionalen Planungsverbandes (eine sog. „Gebietskörperschaft“) ist es, für den strukturierten Ablauf überregionaler Großprojekte zu sorgen. Darunter fällt auch die Fortschreibung des aktuellen Regionalplanes, in dem Vorrang- bzw. Ausschlussgebiete für die Windenergienutzung festgelegt werden sollen. So sollen beispielweise alle Flächen, die einen bestimmten Abstand zu bebauten Bereichen unterschreiten, als Ausschlussgebiet festgelegt werden. Ebenso werden Natur- und Landschaftsschutzgebiete generell als Ausschlussgebiet festgelegt. - Die Festlegung eines Vorranggebiets hingegen bedeutet, dass in diesem Bereich den Interessen der Windenergienutzung Vorrang vor anderen Nutzungen einzuräumen ist, womit Nutzungen, die einer Windenergienutzung entgegenstehen, unzulässig sind.
Die Festlegung eines solchen Vorranggebiets im nördlichen Gemeindegebiet sieht die Gemeinde als problematisch, denn der Bereich des Ödenwalds kommt seit geraumer Zeit als einzig möglicher Standort für eine künftige Stephanskirchener Trinkwasserversorgung infrage. Aus diesem Grund wurde bereits seit längerem ein geotechnisches Institut mit detaillierten Untersuchungen beauftragt.
Das Wasserschutzgebiet des angedachten Brunnenstandortes würde sich vermutlich mit der Vorrangzone in der jetzigen Form überlappen. Dies würde die einzige Chance der Gemeinde zum Aufbau einer eigenen Wasserversorgung zunichtemachen. Um gleichzeitig der aktiv in Stephanskirchen vorangetriebenen Energiewende Rechnung zu tragen und auch der wichtigen Aufgabe einer kommunalen Trinkwasserversorgung gerecht zu werden, sprachen sich daher sowohl Bauausschuss als auch Gemeinderat einstimmig für eine flächenmäßige Reduzierung der geplanten Vorrangfläche für Windenergie aus.

