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Gemeinde Stephanskirchen  |  E-Mail: poststelle@stephanskirchen.de  |  Online: http://www.stephanskirchen.de

Nähere Informationen zu diesem Artikel erhalten Sie im Rathaus von Frau Bauer

Alternative Wohnformen im Gemeinderat vorgestellt

 

Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung und entsprechenden Anträgen der SPD-Fraktion hat der Gemeinderat am 26. März drei alternative Wohnmodelle für Senioren und Pflegebedürftige behandelt, die von verschiedenen Referentinnen präsentiert wurden. Alle vorgestellten Wohnformen, darin waren sich die Räte einig, leben jedoch von einem hohen und nachhaltigen Engagement ihrer Bewohner und deren Angehörigen. Die Realisierung eines oder mehrerer dieser Konzepte in Stephanskirchen muss nun ausführlich in einer weiteren Ratssitzung diskutiert und entschieden werden.

 

Im Nachgang zu Anträgen der SPD-Fraktion („Prüfung der Realisierung je einer Wohngemeinschaft für Pflege und Demenz im Rahmen eines Genossenschaftsmodells auf einem gemeindlichen Grundstück sowie Bau einer Wohnanlage im Genossenschaftsmodell“) waren vier Expertinnen zur Sondersitzung des Gemeinderates geladen worden. Diese stellten nachfolgende Wohnkonzepte vor.

 

Modell 1: Genossenschaftlicher Wohnungsbau

Hierzu referierte Inge Schmidt-Winkler von der Maro-Genossenschaft für selbstbestimmtes und nachbarschaftliches Wohnen. Dieses Modell sieht eher kleinere, barrierefreie Wohnungen sowie Gemeinschaftsräume vor, die vom Bund einkommensorientiert gefördert werden und deren Mietsteigerungen moderat einzustufen sind. Die Nutzung ist daher grundsätzlich auch für Bürger mit kleineren Renten geeignet. Der Bau derartiger Genossenschaftswohnungen wird über Kredite und Einlagen der Genossenschafts-Mitglieder bezahlt, die nicht unbedingt selbst Bewohner werden müssen. Anteile können zudem verkauft oder vererbt werden und

 

Alternatives Wohnen 1 

 

Modell 2: Gemeinschaftliches Wohnen

Barbara Krause vom Verein für Generationenwohnen erläuterte hierzu ein Praxisbeispiel für gemeinschaftliches Wohnen aus Regensburg. So wurde dort ein Haus mit 31 Wohnungen einschließlich gemeinsamen Gästeappartement sowie einem Gemeinschaftsraum errichtet. Dabei stehen die Wohnungen verschiedenen Generationen zur Verfügung, ein lebendiges und gemeinsames Miteinander und Füreinander ist der Kern dieses Wohnmodells.

 

Alternatives Wohnen 2 

 

Modell 3: Pflege- und Demenz-Wohngemeinschaften

Sabine Wengg und Brigitte Herkert von der Arbeitsgruppe für Sozialplanung und Altersforschung referierten über die WG’s mit Pflege- und Demenzpatienten als Alternative zur Pflegeheim-Unterbringung. In solchen Wohngemeinschaften mit je bis zu 12 Bewohnern ist demnach mehr Selbstbestimmung und gemeinschaftliches Leben umsetzbar. Ermöglicht wird dies durch diverse Gemeinschaftsräume und gemeinsame Aktionen wie Kochen in der Gemeinschaft, wenn es die körperliche Verfassung erlaubt. Außerdem haben Angehörige mehr Mitsprachemöglichkeiten, was z.B. den Betreuungsumfang oder Pflegedienstleistungen anbelangt. Für alle Leistungen, sei es Miete, Pflege oder Betreuung, werden gesonderte, auf den Patienten zugeschnittene Verträge abgeschlossen, über deren Entgelt auch die Wohnungen finanziert werden. Für die WG’s ist außerdem eine Anschubfinanzierung vom Staat denkbar. Da die monatlichen Wohn- und Haushaltskosten inkl. Betreuungspräsenz (die den größten Gebührenanteil ausmacht) um die 1.850 Euro liegen, ist die Pflege- und Demenz WG gemessen an einer Heimunterbringung keine erschwinglichere Alternative.

 

Alternatives Wohnen 3 

 

Fazit:

Alle Redner betonten, dass die erfolgreiche Realisierung einer Wohnanlage für nachbarschaftliches Wohnen bzw. von Pflege- / Demenzwohngruppen ganz entscheidend davon abhängt, dass das jeweilige Konzept von einer engagierten Bürgerinteressengruppe mitgetragen wird, die sich kontinuierlich in das Konzept einbringt und engagiert.

 

Barbara Krause vom Verein für Generationenwohnen brachte es auf den Punkt:“ Gemeinschaftlich wohnen ist anstrengend - aber schön!“

 

In einer der nächsten Gemeinderatssitzungen wird die Umsetzbarkeit der verschiedenen Modelle – auch im Hinblick auf ggf. geeignete Grundstücke in der Gemeinde - weiter vertieft.

 

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